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Gaddafi-Sohn getötet – Lage in Libyen eskaliert

Nato fliegt Angriffe gegen Gaddafi



Der Libyen-Krieg gerät zusehends außer Kontrolle. Bei einem Raketenangriff der Nato ist nun offenbar der Sohn des libyschen Diktators getötet worden. Die Reaktion des Machthabers: Attacken auf die Vertretungen Großbritanniens und der Vereinten Nationen. Die italienische Botschaft brennt.

Gaddafi überlebt Raketenangriff

Gaddafi selbst sei bei dem Raketenangriff auf das Haus seines Sohnes Saif al-Arab al-Gaddafi vor Ort gewesen, habe aber überlebt, so ein Sprecher des Machthabers. Jetzt droht die ohnehin schon äußerst angespannte Lage vollends zu eskalieren: Gaddafi und seine Anhänger machen gegen Nato-Mitgliedsstaaten mobil.

Großbritannien und Italien in Schusslinie

Betroffen von den Angriffen sind vor allem die Vertretungen Großbritanniens und Italiens. Beide nehmen an den Nato-Angriffen teil. Die italienische Botschaft hat laut Aussage von Augenzeugen gebrannt. Berichte über Angriffe auf die britische Vertretung in Tripolis wurden vom britischen Außenminister William Hague für zutreffend erklärt. Ein weiteres Ziel war am Sonntag die Vertretung der Vereinten Nationen geworden. Als Folge aus den Entwicklungen der vergangenen Tage wolle die Uno nun alle internationalen Mitarbeiter aus der libyschen Hauptstadt abziehen, so ein Bericht der britischen BBC.

Stellungnahme der Nato

Mussa Ibrahim - Regierungssprecher Libyens - verurteilte das Vorgehen der Nato als Verstoß gegen internationales Recht. Der Angriff habe im Einklang mit dem Uno-Mandat gestanden, hielt Großbritanniens Premierminister David Cameron dagegen. Die Nato selbst bestätigte zwar, einen Angriff geflogen zu haben, den Tod Saif al-Arabs hingegen nicht. Eine Nato-Sprecherin gab als Ziel der Offensive eine militärische Kommandozentrale und ein Kontrollgebäude der libyschen Regierung an.

Offener Widerstand gegen Gaddafi

Reaktion der Rebellen

In Misurata, der Rebellen-Hochburg, reagiert man mit Hupkonzerten und "Gott ist groß" -Parolen. Am Sonntag beschossen Gaddafis Truppen den Hafen der Stadt (seit Wochen von Soldaten der Regierung belagert), als die Lieferung eines maltesischen Schiffes an Land gebracht wurde. Die Gaddafi-Gegner sind auf fremde Hilfe über den Seeweg angewiesen.

Ereignet hat sich der Angriff nur kurze Zeit, nachdem Gaddafi wiederholt für eine Waffenruhe und Gespräche mit den Nato-Mächten plädiert hatte. Die Nato lehnte das Angebot des libyschen Staatschefs mit der Begründung ab, man wolle zunächst Taten des Regimes folgen sehen. Nun ist abzuwarten, ob Gaddafi an seinem Vorhaben festhält. Zu befürchten ist aber wohl das Gegenteil.

Quelle: Spiegel.de

Bilder: (cc-by) B.R.Q / Flickr.com



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