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Politik und Wirtschaft Forum

Auge um Auge ... Geschlossen


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Rrljaxa

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verfasst am 14.05.2011 um 00:36:45 Uhr

... oder rechtfertigt ein Leid nicht das andere?

Was haltet ihr von dem Fall der Ameneh Bahrami? Nicht im Bezug zu dem juristischen Rechtssystem des Irans oder Deutschlands oder des Gender-Problems, sondern empfindet ihr den Gerichtsbeschluss selbst als Recht oder Unrecht?

http://www.sueddeutsche.de/panorama/saeureattacke-im-iran-auge-um-auge-1.401336

DJFreezeT

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verfasst am 14.05.2011 um 13:49:03 Uhr

Dumme Frage: Wenn ein Mörder jemand anderes tötet, darf eine Gruppe von Menschen (meist ein Staat) sich erheben und diesem Mörder töten? Ist man dann besser / schlechter oder gar gleich? Ist Gewalt mit Gegengewalt zu begegnen?
Nur mal so ein paar Fragen, die ich gerne in den Raum werfe !

ALF.ONS

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verfasst am 14.05.2011 um 14:13:26 Uhr

Schaut euch einen Film von Mahatma Gandhi an.
Dann werden die Fragen beantwortet.

Rrljaxa

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verfasst am 15.05.2011 um 01:13:34 Uhr

Da ich nicht Gandhi bin, ist würde ich die Fragen anders beantworten als er .
Mein Problem ist, dass ich persönlich keine Antwort für mich auf die Frage finde.

Person vergewaltigt Kinder, verstümmelt sie davor - danach? Kommt ins Gefängnis. 10-25 Jahre später kommt er raus, fängt wieder damit an. Wie gerechtfertigt kann es sein, seine gesamten Opfer mit dem Recht für einen Täter friedlich entgegenzukommen?
Wie gerechtfertigt sind im Gegensatz dazu die Fragen von DJFreezeT?
Die schlimmere Variante ist die goldene Mitte: Man schaut weg und tut so, als wäre es nie geschehen.

Mein persönliches Rechtssystem sagt natürlich: Gewalt produziert Gegengewalt, es kann nicht sein, dass man damit antwortet, einer muss mit der Gewaltkette aufhören.
Aber es kreischt in mir auf, wenn das Wort: Wiederholungstäter vorkommt und die / der nächste verstümmelte Unschuldige irgendwo im Graben liegt, weil man es hätte verhindern können - und wer kann DAS dann rechtfertigen, wenn das Vorherige doch so leicht zu rechtfertigen war?

DJFreezeT

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verfasst am 15.05.2011 um 16:12:46 Uhr

Das Problem ist doch, dass manche Menschen nicht Gesellschaftsfähig sind (und das werden immer mehr). Es stellt sich die Frage, woran das liegt, dass es immer mehr werden. Ist es unser immer besser werdender Lebensstil (gerade hier in Deutschland leben wir ja in einer Überflussgesellschaft)? Ich kann diese Frage nicht beantworten (will es auch nicht), bin leider hier nur der Beobachter.

Rrljaxa

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verfasst am 16.05.2011 um 00:05:01 Uhr

Ich dachte auch, dass es immer mehr werden, wobei eine befreundete Dozentin mir da sehr widersprochen hat, die sich durch ihren Beruf damit beschäftigt. Sie erinnerte mich daran, dass die Medien mehr hochpuschen als damals, durch die Wiederholungen das Gehirn eine Vermehrung wahrnimmt, halt eine kognitive Täuschung, während die Medien vor zehn Jahren da wesentlich verhaltener waren.

Verstümmelungen und Vergewaltigung wurden da weniger an die große Glocke gehängt, weil das Opfer oftmals selbst die Schuld bekam, selbst Mord wurde weniger herumerzählt. Gewalt in der Familie... kenne genug Geschichten von der Generation vor mir, in denen der Vater seine gesamte Familie regelrecht vermöbelt hat, die Mutter teils auch.
Ich bin zwar in einer recht behüteten Umgebung aufgewachsen, aber ich erinnere mich noch daran, dass unsere gesamte Klasse in der Grundschule von den Eltern zur Schule gebracht und abgeholt wurde, weil ein Kind plötzlich verschwunden war. Und sechs Jahre später erschoss ein Vater eines Schülers unserer Parallelklasse erst seine gesamte Familie und anschließend sich selbst - das ist auch rund 15 Jahre her - einen Monat später erinnerte sich keiner mehr wirklich daran bis auf die Nahestehenden.

Und auch die Zeit davor, wenn ich an bestimmte Geschichten eine Generation vor mir denke, als ein Hund von seinem Herrchen auf Menschen gehetzt wurde, um diesen die Kehle durchzubeißen, weil sie sich auf falschem Grund und Boden befanden... mein Vater wäre von ihm beinahe erwischt worden, weil das Herrchen den Hund auf der Straße nachlässig beaufsichtigte, mein Vater hatte zum Glück einen Aktenkoffer, den er rechtzeitig genug hochhielt... ich denke mal, genug andere wurden erwischt und trotzdem blieb die Relevanz im Gegensatz zu heute gering. Auch wenn ich mit Freunden rede, erinnern sich viele an eine ähnlich drastische Form von Gewalt, die ihren Eltern widerfahren war... naja und was davor war...

Wenn ich an all das denke, zusammenfasse wann regionale Vorfälle stattgefunden haben und wie viel man von Gewalt über See damals und heute hört... ich denke nicht, dass der Mensch weniger gesellschaftsfähig im Schnitt als zuvor ist. Ich denke, wir bekommen nun mittlerweile die gesamte globale Masse an Verbrechen mitgeteilt, wodurch es uns brutaler und häufiger vorkommend erscheint.

DJFreezeT

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verfasst am 17.05.2011 um 18:15:38 Uhr

Nun Schein oder Sein?!